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Bildungspolitik - Björn Försterling: Land muss endlich aktiv werden – Zahl der Sprachlernklassen muss deutlich erhöht werden

Veröffentlicht am Mittwoch, 26. August 2015 17:37 Uhr

Hannover. Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Försterling, fordert mehr Engagement der Landesregierung für den Deutschunterricht für Flüchtlinge. „Das Kultusministerium legt hier einfach die Hände in den Schoß. Die 100.000 Euro, die den Landesschulbehörden für die Einstellung pensionierter Lehrer zur Verfügung stehen, ist ein Hohn“, sagte Försterling. „Wir rechnen für Niedersachsen mit 80.000 Flüchtlingen, darunter etwa 32.000 schulpflichtige Kinder. Für diese Kinder brauchen wir dringend Sprachlernklassen. Die 100.000 Euro für die Einstellung pensionierter Lehrer wären gerade einmal 3,13 Euro pro Kind pro Jahr. Das reicht nicht“, so der FDP-Abgeordnete.

Die Landesregierung müsse endlich erkennen, dass der Erwerb der deutschen Sprache ein wichtiger Schlüssel zur Integration sei. Keine Lösung sei es, wie nun von Thüringens SPD-Chef gefordert, die Schulpflicht für Flüchtlingskinder abzuschaffen. „Die Flüchtlinge und ihre Kinder wollen Deutsch lernen und es kann nicht sein, dass sie dazu keine Chance bekommen beziehungsweise diese selbst von ihrem Taschengeld finanzieren müssen“, sagte er. Die FDP-Fraktion hatte bereits vor Monaten eine deutliche Erhöhung der Sprachlernklassen im Land gefordert und insgesamt 12,5 Millionen Euro für mehr Sprach und Integrationskurse im Haushalt abgebildet. In der Zwischenzeit hat Rot-Grün lediglich weitere 500.000 Euro zur Verfügung gestellt, was gerade einmal für 20 neue Sprachlernklassen für ein Schulhalbjahr reicht. Försterling: „Der Finanzminister schwimmt in den Steuereinnahmen und dennoch bleiben gerade mal 3,13 Euro pro Kind. Diese Flüchtlingskinder sind die Fachkräfte von morgen.“ 

Hintergrund: Die rot-grüne Landesregierung lehnt eine zentrale Steuerung für die Anwerbung pensionierter Lehrer für den Deutschunterricht für Flüchtlinge ab. Ihrer Ansicht nach seien für die Einstellung derartiger Pädagogen die Landesschulbehörden besser geeignet, die dafür ein Budget von 100.000 Euro hätten. 

Presseinformation
Nr. 286/2015  -  Hannover, den 26.08.2015



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