Hans-Werner Schwarz (FDP) informierte über Schulpolitik in Niedersachsen

 

„Skandinavien nicht einfach kopieren“

 

Hans-Werner Schwarz, Mitglied des niedersächsischen Landtags und bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion in Hannover, informierte am Montagabend im Hotel Kronprinz auf Einladung des FDP-Kreisvorsitzenden Björn Försterling über aktuelle Themen aus der Bildungspolitik.

 

Eingangs erläuterte Hans-Werner Schwarz in einem kurzen Rückblick die bisher geleistete Arbeit der CDU/FDP-Koalition. Die Abschaffung der Orientierungsstufe und die damit in Zusammenhang stehenden Probleme in den Kommunen und den Schulen seien dank des Engagements der Beteiligten, vor allem der Lehrkräfte, einwandfrei umgesetzt worden.  Das Programm zur Förderung der Hauptschule habe dazu geführt, dass „jetzt weitaus mehr Praxisanteile im Unterricht“ enthalten seien. Dieses habe bei vielen vormals auffälligen Schülern bereits erste Erfolge gezeigt. Diese gingen jetzt regelmäßig zur Schule und seien auch interessierter als zuvor. Hans-Werner Schwarz, der bis zu seiner Wahl in den Landtag selbst an einer Hauptschule unterrichtete, wandte sich entschieden gegen ihre Bezeichnung als Restschule. Ihre Schüler verfügten über sehr gute praktische Kompetenzen, die noch weiter ausgebildet werden könnten, so dass diese Schüler auf ihren Gebieten auch zu Leistungsträgern und damit zu wichtigen Mitglieder der Gesellschaft würden.

 

Hans-Werner Schwarz machte bei seinem folgenden Ausblick auf kommende Veränderungen in der Schulpolitik deutlich, dass man „Skandinavien nicht einfach kopieren“ dürfe, sondern vielmehr gezielt betrachten müsse, welche Konzepte sich auf Deutschland übertragen ließen. Als begrüßenswert bezeichnete er jedoch die Lehrerausbildung nach finnischem Vorbild. Dort würden am Lehrerberuf Interessierte vor allem auf ihre pädagogische Eignung getestet, bevor sie mit dem Studium beginnen dürften. In Deutschland werde die Eignung der Lehramtskandidaten für die Praxis zu spät überprüft, deshalb solle man das skandinavische Modell in geeigneter Form übernehmen.

 

Bereits gut angelaufen sei der so genannte Schul-TÜV, bei dem Schulinspektoren über mehrere Tage eine Schule begutachteten und dabei mit der Schulleitung, den Lehrern, aber auch den Eltern und Schülern im Dialog stünden. Die ersten Ergebnisse seien rundum positiv ausgefallen. Auch die geprüften Schulen, darunter unter anderem das Gymnasium Große Schule in Wolfenbüttel, seien mit dem Verlauf der Prüfungen hochzufrieden. In vielen Fällen hätten sich diese Schulen in den Ergebnissen wieder finden können.

 

Abschließend stellte Schwarz fest, dass die CDU/FDP-Koalition den Zug auf das richtige Gleis gesetzt habe. Jetzt sei es aber notwendig, den Zug ins Rollen zu bringen. Die notwendigen strukturellen Reformen müssten durch inhaltliche ergänzt werden. Schwarz forderte nachdrücklich auch ein höheres Leistungsniveau. Entscheidend sei nicht eine möglichst hohe Zahl von Abiturienten, entscheidend sei deren Leistungsvermögen. In diesem Zusammenhang bekannte er sich auch zu einer Einschränkung des Elternwillens. Es sei aber auch notwendig, dass man vor weiteren Reformschritten den Lehrkräften Zeit gebe, sich auf ihre eigentliche Arbeit zu konzentrieren und sich um die Bildung und Erziehung unserer Kinder zu kümmern.