|
FDP-Stadtverband Wolfenbüttel Pressesprecher |
38302 Wolfenbüttel, 29.09.2004 |
|
|
Pressemitteilung
Die
Wolfenbütteler Freien Demokraten lehnen die Schaffung eines Wolfenbütteler
„Kulturbahnhofs“ ab, falls dieser in irgendeiner Form zu einer
weiteren Belastung des städtischen Haushalts führt. Nach
Auffassung der Wolfenbütteler FDP hat sich eine solide und
verantwortungsvolle Kommunalpolitik am vorhandenen finanziellen Spielraum
zu orientieren. Weiterhin Schulden anzuhäufen, für die kommende
Generationen gerade stehen müssen, lehnt die FDP grundsätzlich ab. Auf
die Stadt Wolfenbüttel kommen in absehbarer Zeit durch Baumaßnahmen
erhebliche finanzielle Belastungen zu. Momentan wird die Lindenhalle einer
grundlegenden Sanierung unterzogen, die Kosten sollen sich auf etwa 7
Millionen € belaufen. Auch das Lessingtheater bedarf einer umfassenden
Sanierung. Korn- und Holzmarkt sollen neu gestaltet werden. Das Gymnasium
im Schloß benötigt dringend eine neue Schulsporthalle, je nach Größe
belaufen sich die Kosten auf bis zu 1,5 Mio €. Falls es zum Bau der
Landesmusikschule kommen sollte, wird sich die Stadt Wolfenbüttel u.a.
durch den Bau eines Jugendgästehauses ebenfalls finanziell engagieren müssen.
Auch die Fußgängerzone muß in weiten Teilen neu gepflastert werden, um
die Sicherheit vor allem älterer Bürger zu gewährleisten. Aus
dieser Aufzählung wird deutlich, welche hohen Ausgaben auf die Stadt
zukommen werden. Deshalb halten es die Wolfenbütteler Liberalen für
unverantwortlich, am Bahnhof mit der Einrichtung eines
„Kulturbahnhofs“ eine Lösung anzustreben, die die Stadt finanziell
belastet und deren Höhe noch nicht vollständig absehbar ist. Das Konzept
„Kulturbahnhof“ setzt voraus, dass die Stadt ihre Bücherei in den
Bahnhof verlagert und dafür einen Mietvertrag mit 30jähriger Laufzeit
schließt. Auch
aus sachlichen Gründen benötigt Wolfenbüttel am Bahnhof keine weitere Bücherei
an einem dritten Standort, die dort nur unter erheblichem finanziellem
Aufwand einzurichten wäre, zumal der Bahnhof auch unter Denkmalschutz
steht. Zur Zeit unterhält die Stadt eine eigene Bücherei in der Kommißstraße,
diese belastet den städtischen Haushalt jährlich mit etwa 400.000 €.
Sie ist weiterhin als Teil des Landkreises Wolfenbüttel über die
Kreisumlage mit 50% am Unterhalt der Kreisbücherei in der Harzstraße
beteiligt, die ebenfalls einen Zuschuß in ähnlicher Höhe benötigt. Die
Stadt gibt also jährlich etwa 600.000 € für Büchereien aus. Deshalb
fordern die Freien Demokraten die Zusammenlegung beider Büchereien in der
Harzstraße, die im Übrigen weitgehend die gleichen Zielgruppen betreuen. Für
Wunschdenken halten die Liberalen auch Überlegungen, die Kreisbücherei
der Stadtbücherei am Bahnhof anzugliedern. Denn warum sollte der Kreis
seine Bücherei aus seinem Gebäude in der Harzstraße in den Bahnhof
umlagern und sich dort verpflichten, 30 Jahre lang Miete zu zahlen? Die
Wolfenbütteler Freien Demokraten stehen auch inhaltlich dem
„Kulturbahnhof“ kritisch gegenüber, denn das dortige kulturelle
Angebot besteht lediglich aus einer städtischen Bücherei und einer noch
einzurichtenden Galerie. Mit der Herzog-August-Bibliothek, der
Bundesakademie für kulturelle Bildung, der Lessingakademie, mit dem
Renaissancesaal im Schloß, der Augusteerhalle, dem Zeughaus, der
Kommisse, dem Ratssaal, dem Lessingtheater und zukünftig der Lindenhalle
verfügt unsere Stadt über genügend kulturelle Träger und
Einrichtungen, in denen „Kultur“ stattfinden kann. Das
von der Firma Schumacher vorgelegte Konzept bindet die Stadt finanziell
langfristig erheblich. Es ist für die FDP nur akzeptabel, wenn es für
die Stadt haushaltsneutral verändert würde. Für
die FDP ist das Ärztehaus-Konzept nach wie vor wegen seiner Schlüssigkeit
und - ganz entscheidend – wegen seiner Haushaltsneutralität für die
Stadt das überzeugendste. Offensichtlich auch deshalb favorisierte der
Rat der Stadt im Juni dieses Konzept noch eindeutig. Daran sollte er sich
auch am Mittwoch erinnern.
|
||