15.05.2010

Mehr Flexibilität, weniger Bürokratie - in Niedersachsen wird es weiterhin genügend Landärzte geben

 
 

Der Wolfenbütteler FDP-Landtagsabgeordnete Björn Försterling ist der Meinung, dass es durch ein Bündel an Maßnahmen auch in Zukunft genügend Landärzte in Niedersachsen geben wird. Laut Försterling könne man derzeit nicht flächendeckend von einem Ärztemangel sprechen. "Im Landkreis Wolfenbüttel haben wir natürlich teilweise Probleme, die jetzt schnell
angegangen werden müssen", so Försterling. Einer aktuellen Erhebung der Kassenärztlichen Vereinigung zufolge liegt der Versorgungsgrad in allen Bereichen in Niedersachsen über 80 Prozent - in vielen Gebieten sogar deutlich über 100 Prozent. Von einer Unterversorgung spricht man erst bei Werten unterhalb von 75 Prozent.

 

Damit es dabei bleibt, müssen laut Försterling in den kommenden Jahren viele Ansätze verfolgt werden. "Ein Patentrezept gibt es nicht", sagt der hiesige FDP-Landtagsabgeordnete. Wichtig sei, dass Ärzte wieder Freude an ihrer Aufgabe haben. Dazu müsse man sie von Bürokratie befreien, flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen und man benötige eine leistungsgerechte und transparente Vergütung. Riese verweist auch auf die Vorschläge von FDP-Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler. Er schlägt vor, mit Hilfe von Anreizsystemen mehr Ärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen und den Numerus clausus für das Medizinstudium abzuschaffen.

 

Außerdem darf Försterling zufolge ein weiterer Trend nicht aus den Augen gelassen werden: "Viele Mediziner werden heute nach dem Studium gar nicht mehr Arzt, sondern arbeiten zum Beispiel bei Krankenkassen, Verbänden oder
Behörden. Das müssen wir ändern - auch, weil das Medizinstudium zu teuer ist, um am Ende zu wenig Ärzte aus dem Ausbildungssystem heraus zu generieren." Möglicherweise gebe es hier Chancen im Bachelor/Master-System, diese Interessen im medizinischen Bereich mit anderen Studiengängen besser zu bedienen.

 

Försterling verweist darauf, dass in den letzten Jahren in Niedersachsen schon viel passiert ist, um es nicht zu einem Hausarztmangel im ländlichen Raum kommen zu lassen. Es gebe Investitionszuschüsse für Ärzte und der Kassenärztliche Notdienst sei neu geordnet worden. In Resse in der Wedemark hätten Bürger ein leer stehendes Gebäude gekauft, es für  Arztpraxen umgebaut und dann auch Mieter gefunden, die dort die ärztliche Versorgung wieder aufnehmen. Försterlings Fazit: "Es gibt viele Möglichkeiten, einem drohenden Landärztemangel zu begegnen - mit vielen neuen Ideen, mehr Flexibilität und weniger Bürokratie werden wir kein Landarzt-Problem bekommen. Sollten sich jedoch in der Praxis Probleme auftun, so ist es dringend geboten, dass alle Akteure von der Verwaltung über die Politik bis hin zur Kassenärztlichen Vereinigung die Probleme schnell und unbürokratisch lösen. Im Mittelpunkt der Bemühungen aller Beteiligter müssen die Patienten stehen!"

 

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